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Seit Jahrhunderten fasten Menschen aus religiösen Gründen, aber auch aus Gründen der Selbstkontrolle, Selbstbeschränkung und Selbsterfahrung.
Fasten als Methode zur Gewichtsreduktion gibt es erst, seitdem beobachtet wurde, dass Übergewicht mit Schaden an Leib und Seele einhergehen kann und seitdem man weiß, dass der Verzicht auf Nahrung der Gesundheit dienen kann. In der Medizin bedeutet Fasten absolute Nahrungskarenz (d.h. Verzicht auf jegliche feste Nahrung), wobei ausreichend kalorienfreie Flüssigkeit mit Mineralstoffen und Vitaminen zugeführt werden muss.

Für viele Menschen ist Fasten unter Alltagsbedingungen nicht möglich und auch medizinisch nicht vertretbar. Es wird meist nur dann gefastet, wenn der Betroffene aus dem Alltagsstress herausgenommen und unter professioneller Aufsicht beobachtet werden kann.Fasten ist als Nulldiät oder als totales Fasten beschrieben worden. Beim Fasten werden die eigenen Energiereserven aus Muskel- und Fettgewebe zur Energieversorgung herangezogen. Das Ergebnis ist höchster Gewichtsverlust.

Aber beim Fasten kommt es neben dem erwünschten Fettabbau auch zu unerwünschtem Muskelabbau. Deshalb ist das früher unter stationären Bedingungen durchgeführte totale Fasten zur Gewichtsreduktion heute durch das modifizierte Fasten ersetzt worden. Beim modifizierten Fasten bleibt die Nahrungskarenz erhalten, aber es werden reines hochwertiges Protein und für den Körper lebensnotwendige Mikronährstoffe verabreicht. Dadurch bleibt trotz höchster Gewichtsabnahme die Muskulatur erhalten. Das modifizierte Fasten kann auch unter Alltagsbedingungen durchgeführt werden.

Unzählige Variationen der Methode der strengen Nahrungskarenz  oder Fasten werden häufig propagiert und durchgeführt.

Beim Saftfasten nach Buchinger werden zum Beispiel zur Deckung des Mineralstoff- und Vitaminbedarfs Obstsäfte und Gemüsebrühe verabreicht. Wegen der fehlenden Proteinzufuhr und ungenügenden Nährstoffzufuhr ist diese Methode jedoch allenfalls an Schalttagen anzuwenden. 

Immer wieder werden Methoden mit neuen Eigennamen oder geheimnisvollen Phantasienamen, neuen Konzepten zur Gewichtsabnahme, Entschlackung oder Entgiftung (detoxification) oder anderen Schlagworten angepriesen.

Es gibt keine Rahmenbedingungen oder Gesetze, die das Anpreisen fragwürdiger Methoden zum Erreichen fragwürdiger Ziele wie Entschlackung oder Entgiftung regulieren. Somit werden unzählige Methoden geschickt propagiert, die dem Erfinder oder Nachahmer dieser Methoden Erfolg bringen.

Obwohl Fehlernährung (zu viel, zu fett, zu süß), Rauchen und mangelnde körperliche Aktivität erwiesenermaßen eine Gesundheitsgefährdung bedeuten, wird das häufig zu wenig beachtet. Aber Zusatzstoffen, Rückständen oder schädlichen Verunreinigungen, die in Lebensmitteln vorkommen könnten wird – zu Recht – größte Aufmerksamkeit zuteil. Über die vertretbaren Konzentrationen und Höchstmengen von Fremdstoffen oder Schadstoffen in Lebensmitteln hat der Gesetzgeber zu wachen.

Der Verbraucher sollte den viel zitierten Satz von Paracelsus bedenken: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift, allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist“.

Eine noch nicht naturwissenschaftlich belegte Hypothese besagt, dass durch Abbau der Fettspeicher darin enthaltende mit pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, Trinkwasser oder Atemluft aufgenommene Schadstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Wachstumsregler, Vorratsschutzmittel, Mittel zur Bodenbehandlung, Düngemittel, unbeabsichtigte Verunreinigungen, Feinstaub, Chemikalien) frei gesetzt und ausgeschieden werden können. Erhebliche Fettabnahme und vermehrtes Trinken können möglicherweise die Ausscheidung fördern.

Zur bestmöglichen Ernährung und Erhaltung der Gesundheit sind einfache allgemeine Grundsätze zu beachten:

  • die Nahrungsmenge dem Verbrauch anpassen mit vollwertiger Kost
  • normales Körpergewicht erreichen oder halten, am einfachsten zu erreichen durch Ersatz von 1-2 Mahlzeiten mit einen Proteinshake
  • drei Hauptmahlzeiten (und nach Bedarf 2 Zwischenmahlzeiten)
  • Trinkmenge von 2-3 l/Tag
  • naturbelassene, möglichst frische Nahrungsmittel bevorzugen
  • pflanzliche Lebensmittel gegenüber tierischen Produkten bevorzugen
  • keine zusätzlich gezuckerten Lebensmittel oder Getränke

Die Ausscheidung von möglicherweise mit der Nahrung aufgenommenen Schadstoffen kann durch vermehrtes Trinken und Abbau der Fettdepots, in denen sich fettlösliche Schadstoffe aus der Nahrung angesammelt haben, gefördert werden.